“Wir brauchen irgendwas, wo alle im Büro auf die Dateien zugreifen können.” Den Satz hören wir regelmäßig. Und meistens folgt die Frage: Sollen wir uns so ein NAS kaufen oder lieber in die Cloud gehen?
Beide Lösungen haben ihre Berechtigung. Die richtige Wahl hängt von Ihrem Unternehmen ab – nicht von der Meinung eines Verkäufers.
Was ist was – in einfachen Worten
NAS (Network Attached Storage): Ein kleiner Computer, der in Ihrem Büro steht und als gemeinsamer Dateispeicher dient. Alle Rechner im Netzwerk greifen darauf zu. Die Daten bleiben bei Ihnen im Haus.
Cloud-Speicher: Ihre Dateien liegen auf Servern eines Anbieters (z.B. Microsoft OneDrive, Google Drive, Dropbox). Sie greifen über das Internet darauf zu – von überall.
Der ehrliche Vergleich
Kosten
NAS: Einmalig 400 bis 1.500 Euro für das Gerät plus Festplatten. Dazu kommen Strom (ca. 5-10 Euro/Monat) und alle paar Jahre neue Festplatten. Keine monatlichen Gebühren.
Cloud: 5 bis 15 Euro pro Person und Monat, je nach Anbieter und Speicherplatz. Bei einem 5-Personen-Team sind das 25 bis 75 Euro monatlich – auf 5 Jahre gerechnet 1.500 bis 4.500 Euro.
Fazit: Kurzfristig ist das NAS günstiger. Langfristig sind die Kosten ähnlich – aber die Cloud spart Ihnen den Wartungsaufwand.
Zugriff
NAS: Funktioniert im Büro-Netzwerk perfekt und schnell. Von unterwegs oder aus dem Homeoffice brauchen Sie einen VPN-Zugang – das funktioniert, ist aber ein zusätzlicher Schritt.
Cloud: Funktioniert überall wo es Internet gibt. Laptop, Handy, Tablet – einfach einloggen und arbeiten. Für Teams mit Homeoffice oder Außendienst ein klarer Vorteil.
Sicherheit
NAS: Ihre Daten bleiben in Ihren vier Wänden. Kein Dritter hat Zugriff. Aber: Wenn das NAS kaputt geht, einen Wasserschaden erleidet oder gestohlen wird, sind die Daten weg – sofern kein zusätzliches Backup existiert.
Cloud: Die Daten liegen in Rechenzentren mit professioneller Sicherheit, Redundanz und Backup. Allerdings vertrauen Sie einem externen Anbieter. Bei europäischen Anbietern oder EU-Rechenzentren ist das datenschutzrechtlich in Ordnung.
Wartung
NAS: Sie sind selbst verantwortlich. Firmware-Updates, Festplatten-Gesundheit prüfen, Backup einrichten. Wenn niemand sich darum kümmert, merken Sie ein Problem erst wenn es zu spät ist.
Cloud: Der Anbieter kümmert sich um alles. Updates, Sicherheit, Hardware-Austausch – alles inklusive. Sie müssen sich um nichts kümmern.
Unsere Empfehlung
Für die meisten kleinen Unternehmen: Cloud. Konkret Microsoft OneDrive (im Microsoft 365 Abo enthalten) oder eine vergleichbare Lösung. Der Zugriff von überall, die automatische Synchronisation und der wegfallende Wartungsaufwand überwiegen die Vorteile eines NAS.
Ein NAS macht Sinn wenn: Sie sehr große Datenmengen haben (Videoproduktion, Architekturbüro mit riesigen Plandateien), Sie aus regulatorischen Gründen Daten im Haus halten müssen, oder Sie eine langsame Internetleitung haben.
Die beste Lösung für viele: Beides kombinieren. Arbeitsdateien in der Cloud für den täglichen Zugriff, ein NAS als lokales Backup und für große Dateien die nicht in die Cloud müssen.
Sie wissen nicht, was zu Ihrem Betrieb passt?
Wir schauen uns Ihre Situation an – wie viele Mitarbeiter, wie viele Daten, wie arbeiten Sie – und empfehlen die Lösung die wirklich passt. Nicht die teuerste, sondern die sinnvollste.