Ein Mitarbeiter fragt, ob er ab und zu von zu Hause arbeiten kann. Oder Sie selbst wollen flexibler sein. Grundsätzlich kein Problem – aber “Laptop mit nach Hause nehmen und irgendwie arbeiten” reicht nicht.
Damit Homeoffice funktioniert und sicher ist, brauchen Sie ein paar technische Grundlagen. Hier die Checkliste.
1. Internetverbindung
Klingt selbstverständlich, ist es aber nicht. Für Homeoffice brauchen Sie mindestens 20 Mbit/s Download und 5 Mbit/s Upload. Für Videocalls mit guter Qualität besser 50/10. Prüfen Sie die tatsächliche Geschwindigkeit unter speedtest.net – nicht den Wert der im Vertrag steht.
Tipp: Wenn WLAN wackelig ist, hilft oft schon ein LAN-Kabel vom Router zum Laptop. Kostet 10 Euro, spart stundenlangen Ärger.
2. Zugriff auf Firmendaten
Ihre Mitarbeiter müssen von zu Hause auf dieselben Dateien, E-Mails und Programme zugreifen können wie im Büro. Dafür gibt es zwei Wege:
Cloud-basiert (empfohlen): Wenn Sie Microsoft 365, Google Workspace oder eine andere Cloud-Lösung nutzen, ist das Problem bereits gelöst. Dateien liegen in der Cloud, E-Mails sind überall abrufbar, Teams/Meet funktioniert im Browser.
VPN (wenn Daten lokal liegen): Wenn Ihre Dateien auf einem Server oder NAS im Büro liegen, brauchen Sie ein VPN. Das ist ein verschlüsselter Tunnel vom Heim-Computer ins Büronetzwerk. Viele Router (z.B. FRITZ!Box) können das bereits – die Einrichtung dauert eine halbe Stunde.
3. Hardware
Laptop statt Desktop. Wenn Mitarbeiter zwischen Büro und Homeoffice wechseln, ist ein Laptop Pflicht. Ein gebrauchter Business-Laptop (z.B. Lenovo ThinkPad, HP EliteBook) mit 16 GB RAM kostet 400-600 Euro und reicht für die meisten Büroaufgaben.
Monitor zu Hause. Den ganzen Tag auf einem 14-Zoll-Laptop-Bildschirm arbeiten ist auf Dauer eine Qual. Ein zweiter Monitor zu Hause (ab 150 Euro) steigert die Produktivität deutlich.
Headset. Für Videocalls unerlässlich. Muss kein teures Modell sein – ein kabelgebundenes USB-Headset ab 30 Euro reicht. Hauptsache: Mikrofon nah am Mund, nicht das eingebaute Laptop-Mikrofon.
4. Sicherheit – der wichtigste Punkt
Homeoffice erweitert Ihre Angriffsfläche. Der Heim-Router ist oft schlechter geschützt als das Büronetzwerk. Deshalb:
Festplattenverschlüsselung aktivieren. BitLocker (Windows) oder FileVault (Mac). Wenn der Laptop gestohlen wird, kommt niemand an die Daten.
Zwei-Faktor-Authentifizierung. Für E-Mail, Cloud-Dienste und VPN. Pflicht, nicht optional.
Automatische Bildschirmsperre. Nach 5 Minuten Inaktivität sollte sich der Bildschirm sperren. Besonders wenn Kinder oder Mitbewohner im Haushalt sind.
Updates aktuell halten. Betriebssystem, Browser, Software – alles auf dem neuesten Stand.
Privat und geschäftlich trennen. Idealerweise ein eigener Firmen-Laptop, nicht der Familien-PC. Falls das nicht möglich ist: Zumindest ein eigenes Windows-Benutzerkonto für die Arbeit.
5. Kommunikation
Videocalls: Microsoft Teams (wenn Sie Microsoft 365 haben), Zoom oder Google Meet. Wichtig: Kamera einschalten fördert die Zusammenarbeit. Niemand muss perfekt gestylt sein, aber ein Gesicht schafft mehr Verbindung als eine schwarze Kachel.
Chat: Für schnelle Fragen zwischendurch. Teams, Slack oder einfach eine Firmen-WhatsApp-Gruppe – Hauptsache ein Kanal für Dinge die kein E-Mail brauchen.
Erreichbarkeit: Klare Regeln vereinbaren. Wann muss man erreichbar sein? Wie schnell muss man antworten? Ohne Regeln entstehen entweder Frust (“Warum antwortet niemand?”) oder Überlastung (“Ich muss ständig verfügbar sein”).
6. Die Checkliste zum Abhaken
- ☐ Internetgeschwindigkeit geprüft (mind. 20/5 Mbit/s)
- ☐ Zugriff auf Firmendaten geklärt (Cloud oder VPN)
- ☐ Laptop mit genügend Leistung vorhanden
- ☐ Externer Monitor für den Heimarbeitsplatz
- ☐ Headset für Videocalls
- ☐ Festplattenverschlüsselung aktiviert
- ☐ Zwei-Faktor-Authentifizierung eingerichtet
- ☐ Automatische Bildschirmsperre konfiguriert
- ☐ Alle Updates aktuell
- ☐ Kommunikationstools eingerichtet und getestet
- ☐ Regeln für Erreichbarkeit vereinbart
Was die meisten vergessen
Testen, bevor es losgeht. Nicht am ersten Homeoffice-Tag herausfinden dass der VPN nicht funktioniert. Einen Probelauf machen – am besten an einem ruhigen Nachmittag.
Ergonomie. Der Küchentisch ist kein Arbeitsplatz. Rückenschmerzen nach zwei Wochen Homeoffice sind keine Seltenheit. Ein höhenverstellbarer Laptopständer (ab 20 Euro) und eine externe Tastatur machen einen großen Unterschied.
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